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Faszientechnik

Faszientechnik

Bindegewebe befindet sich überall in unserem Körper. Es durchzieht alle Strukturen, Muskeln, Gelenke, Herz, Lunge… Es ist ein gigantisches Kommunikationssystem, gespickt mit Schmerzrezeptoren und Sensoren. Manche Wissenschaftler sprechen sogar von einem (Sinnes)-Organ. In ihm befinden sich nicht nur Nervenzellen, sondern Kollagen-produzierende Zellen oder auch Immun- und Fettzellen. Ein kleiner Kosmos im Körper. Da ist es nicht verwunderlich, dass dieses universale Netzwerk großen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden haben muss. Und wenn man bedenkt, dass sich nirgendwo im Menschen Muskeln und Knochen direkt berühren, sondern alles verbunden ist über Faszienbänder, dann wird die ungeheure Bedeutung deutlich – nicht nur für das harmonische Zusammenspiel aller Körperteile bei Bewegungen, sondern auch bei biochemischen Prozessen. Deshalb bringen Forscher das Bindegewebe mit vielerlei Krankheiten und Schmerzsyndromen in Verbindung, etwa mit Rückenleiden oder Rheuma.
https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/1249-rtkl-bindegewebe-ein-neues-kapitel-der-heilkunst

Das Bindegewebe – die Faszien – umschließt einer Hülle gleich Organe und Muskeln, füllt die Räume zwischen den Organen und bildet so das innere Gerüst des Körpers. Ohne Faszien würde der Mensch in sich zusammenfallen. Es sind die Faszien, die uns befähigen, unseren Körper wahrzunehmen und alle Bewegungen zu choreographieren, ohne unser Bewusstsein auf jeden einzelnen Schritt oder Akt lenken zu müssen. Zudem haben Faszien eine emotionale Erinnerung. Sie speichern alles Erlebte, namentlich auch Schmerzen.

Die Sehnen, ebenfalls ein Teil der Faszien, übertragen die Kraft der Muskeln auf Knochen und Gelenke. Das Bindegewebe dient zudem als Speicher für Wasser, Fett und Nährstoffe.

Ebenso wie Muskeln können auch Faszien – etwa infolge von mangelnder Belastung oder einer dauerhaft falschen Körperhaltung – verkümmern. Die Fasern verlieren dann ihre ursprüngliche Elastizität und verfilzen. Faszien reagieren empfindlich auf verschiedene Reize, darunter Stress, Überlastung durch zu viel Sport ebenso wie Unterforderung durch Bewegungsmangel. Unter solchen Bedingungen verdicken, verkleben und verfilzen sich die elastischen Faszien und senden Signale an die Muskeln mit der Folge, dass diese Entzündungsstoffe ausschütten.

Tatsächlich stehen die Faszien im Verdacht, chronische Schmerzen zu verursachen. Der Grund: Versteift sich das Bindegewebe, drückt es offenbar auf darin liegende Nerven und löst so mitunter qualvolle Pein aus. Kreuzschmerzen etwa sind vermutlich in vielen Fällen nicht auf abgenutzte Bandscheiben zurückzuführen, sondern auf eine versteifte Lendenfaszie.

Eine spezielle Behandlungstechnik, eben die Faszientechnik, lockert “verfilzte Faserknäuel” . Verklebungen oberflächlich liegender Faszien kann ein geschulter Therapeut ertasten und fühlen. Faszientechniken werden bei festen und verklebten Faszien und myofaszialen Strukturen  angewandt. Jede Behandlung beginnt mit einer präzisen Befundung.